Ziegeleien

Die Ziegeln, neben dem Stein, sind der älteste, feuerfeste Baumaterial und werden in den Ziegeleien hergestellt. Die Produktion von Ziegeln, bzw. die Technik des Ziegelbrennens ist bis Heute gleich geblieben. Ton wird zu Ziegeln geformt, die Ziegel werden getrocknet und anschließend im Ofen gebrannt. Natürlich unterscheidet sich Verfahrung in der modernen Ziegelfabrikationen von den aus Antike: in den Ersten wird es mit dem geringeren Kostenaufwand und in der kürzesten Zeit das Ziel erreicht.

Ziegeleien, Ziegelfabrikation, Tonwarenfabrik


Der Standort der Ziegelei sollte normaleweise am Ort des Rohstoffvorkommens liegen. Früher, bevor es  irgendwo eine Ziegelhütte oder ein Ziegelofen errichtet wurde, hatte man alle Bedingungen für das beginnende Geschäft kontrolliert. Es sollte doch mehrere Jahre mit Erfolg betrieben werden. Als erstes suchte man nach dem zum Ziegelschlag brauchbaren Ton. Wasser und Brennstoffe werden auch für die Ziegelfabrikation gebraucht. Die Ziegelfabrikation könnte man in vier Schritte aufteilen:

  1. Anschaffung und Vorbereitung vom Rohmaterial (Ton)
  2. Formung der Ziegel
  3. Trocknung der Ziegel
  4. Brennen im Ofen

Vorbereitung des Rohmaterials

Der Rohton wird aus der Grube angeliefert und aufbereitet. Um Ton formen zu können benötigt er eine bestimmte Konsistenz. Alles Unreine im Ton muß daraus sorgfältig geschieden werden.
Kollergang, Ziegelei Glindow

Kollergang, Ziegelei Glindow. 1890 entwickelt und gebaut
Die beiden Walzen liefen im Kreis und haben Vermischung vorgenommen.

Formung der Ziegel

Die Formung der Ziegel geschieht entweder durch Handformerei – handgestrichene Ziegel oder auf dem maschinellen Wege: Stranggepresste Ziegel.

Handgestrichene Ziegel

Das tradizionelle Handstrichverfahren dominierte lange die Ziegelproduktion. Normale Ziegel (auch Mauerziegel) waren früher auf Tischen (Schtreicherplätzen) geformt. Die Tonbatzen wurden in die Form geschlagen, der überflüssige Ton wurde oben abgestrichen.
Form für handgestrichene Ziegel, historische Ziegelei Glindow

Form für handgestrichene Ziegel

Der Handschtreicher hatte ca. 2000-3000 Ziegel pro Tag gefertigt. Kollosale Leistung, wenn man vorstellt, was es für Menge an Ton bewältigt wurde. Denn die Tonbatzen wogen bis zu 40 kg. Nach jedem Ziegel war die Form immer schön sauber gemacht und erst dann wurde es erneut reingeschlagen.

Formsteine

Unterschiedliche Formsteine werden mit Schablone gefertigt. Mit dem gespanntem Draht wird es ausgeschnitten, mit dem Holzscheid und Schwamm wird dann die feine Bearbeitung vorgenommen. So entsteht die Vielfalt der Formsteine. Formsteine findet man an den Kirchen, Schlössern. Früher wurden sie per Hand modeliert, heute benutzt man die Gipsformen dazu.
Formstein, Gipsform. Historische Ziegelei Glindow

Formstein, Gipsform

Strangziegel

Der Ziegel wird durch Strangpresse geformt, sieht von allen Seiten richtig schön glatt aus.

Trockenschuppen, Ziegelscheunen

Die im Handstrichverfahren geformte Ziegel wurden im freien oder im Trockenschuppen getrocknet. Die Ziegelscheunen waren mit Regalen ausgestattet, wo die Steine gestapelt waren. Die Trockenschuppen mit Ziegeln aufzufüllen war überwiegend die Arbeit der Frauen und der Kinder ab 10 Jahren. Die Kinder dürften nach der Schule mit dieser Arbeit beschäftigt werden, die Ziegel im Regal wenden, damit sie von allen Seiten trocknen. Die Trocknung dauerte ca. ein Monat.
Freilufttrocknung, Ziegeleipark Mildenberg

Freilufttrocknung, Ziegeleipark Mildenberg

Meiler, Feldbrandofen

Selbst im Mittelalter hatten die Backsteine keine so große Verwendung, denn die Häuser waren aus Holz, Lehm und Stroh errichtet. Sie waren vor allem für Rathhäuser und Kirchen in der großen Städten gebraucht. Die Steine waren in der ältesten bekannten Brenntechnik „gebacken“: in den Meilern oder Feldbrandöfen. Solche Öfen waren vollständig aus Ziegelrollingen aufgebaut. Die Kanäle und auch Platz zwischen den Rollingen wurde mit Brennmaterial gefüllt. Von außen war diese Konstruktion abgedichtet. Den Ofen setzte man anschließend in Brand bis Brennmaterial duchbrannte.

Die Produktivität des Meilers war recht bescheiden. Der Brand dauerte über eine Woche. Danach noch zwei Wochen sollte der Ofen sich abkühlen. Nicht alle Steine nach dem Brand waren zu verwenden. Zum ökonomischen Betriebe eines Öfens und Herstellung zum Verkauf tauglichen Tonwaren war nicht die Rede. Es wurde unkontinuierlich produziert: aufstapeln, Feuer setzen, abkühlen, usw.

Ringofen, ringförmiger Ofen, industrielle Massenproduktion

Im Laufe der technischen Entwicklung entstanden neue Öfen. Mitte des 19. Jahrhundert gab es Lösungen um effektiver und vor allen kontinuierlich zu brennen. Im Jahre 1858 Friedrich Eduard Hoffmann und Albert Licht präsentieren einen ringförmigen Ofen, der ununterbrochen die Ziegel in der gleichbleibenden Qualität brannte. Ein Mal in Gang gesetzt lief der Ringofen weiter. Dieser Ringofen war eine Revolution der Ziegelfabrikation und ermöglichte Steigerung der Ziegelproduktion.
Ringofen, Ziegelei Herzberg

Ringofen, ehemalige Ziegelei Herzberg.
Ziegeleipark Mildenberg

Dampfziegelei, Ziegelei mit Dampfmaschine

Im 19. Jahrhundert waren mehrere Einrichtungen der Ziegeleien wie Rührwerke, Tonmühlen oder Schlammpumpen von Pferden angetrieben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren alle Geräte einer Ziegelei von Dampfmaschine angetrieben. Die Ziegelei mit einer Dampfmaschine hieß Dampziegelei.